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Fahrt nach Warnemünde

Auf Klaudias "Bucketliste" stand das Meer

Nochmal nach Warnemünde - das war der Wunsch von Klaudia aus Oberhavel. Ende Dezember 2021 konnte das Team vom Brandenburger Wünschewagen ihr diese letzte Reise ermöglichen.

Der Landkreis Oberhavel kurz vor Weihnachten: Klaudias ehemaliger Chef – Leiter einer ASB-Pflegeeinrichtung – meldete sich beim Brandenburger Wünschewagen. Klaudia habe mit einer früheren Kollegin über ihren Wunsch gesprochen, noch einmal das Meer zu sehen.

Klaudia aus Oberhavel, geboren 1956, hat aufgrund ihres Krebsleidens eine Liste geschrieben. Eine „Löffelliste“ oder auch „Bucketlist“, die Menschen anlegen, wenn sie nicht mehr lange zu leben haben. Auf Klaudias Liste stand das Meer. Und ihre Hochzeit. Die Hochzeit kam zuerst – so kurzfristig, wie man es sich nur vorstellen kann, wenn nach langem Kampf feststeht, dass keine weitere Therapie das Krebsleiden beenden wird. Klaudias Lebenspartner Roland erfüllte ihr den Wunsch. Am 17. Dezember ging er zum Standesamt, um die kurzfristige Hochzeit anzumelden, am 20. Dezember heirateten die beiden. Es folgte die Wünschewagen-Fahrt nach Warnemünde, die – genauso kurzfristig – bereits zwei Tage später stattfand.

Mit an Bord waren die ehrenamtlichen Wunscherfüller Krissy und Danilo Schönherr und unterstützten den letzten Herzenswunsch von Klaudia und ihrer großen Patchworkfamilie.

2G+ war oberstes Gebot bei so vielen Personen, die alle vollständig geimpft waren. Am kalten Mittwochmorgen war Klaudia in heller Aufregung und empfing ihre Wunscherfüller zu Hause in Oberhavel in bester Stimmung. Sie und ihr Mann fuhren im Wünschewagen, den Rest der Familie – zehn weitere Personen – trafen sie vor Ort in Warnemünde. Der berühmte Warnemünder Leuchtturm war das erste Ziel der Familie. „Die Lebensfreude und Begeisterung von Klaudia steckte uns alle an und somit gab es viel zu lachen“, erzählt Krissy Schönherr. „Selbst die dicken Möwen am Backfischkutter amüsierten jeden und Klaudia kam aus dem Staunen nicht mehr raus.“

Es war windig und kalt am Meer, beim gemütlichen Mittagessen konnten sich alle aufwärmen. Danach ging es über den Alten Strom bis zur Brücke. Klaudia und ihr Mann Roland zogen sich zurück und genossen die innige Zweisamkeit beim Blick aufs Wasser. Dem Meer Lebewohl sagen, das war wohl der schwerste Moment an diesem Tag.